Mai 14, 2020 Janko Brand

Unabhängige Studien zeigen erhöhte Anzahl an Thrombosen und Lungenembolien bei COVID-19 Patienten

Forschungsteams sowohl am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf als auch am Peking Union Medical College Hospital Beijing fanden heraus, dass SARS-CoV-2 Infektionen vermehrt zu Thrombosen sowie Lungenembolien führen.

Außer der atypischen Lungenentzündung, die durch den Befall des Lungengewebes mit SARS-CoV-2 unmittelbar bedingt ist, gibt es weitere lebensbedrohliche Komplikationen, die öfters im Verlauf von COVID-19 auftreten. So konnten Forscher am UKE anhand von Obduktionen zeigen, dass SARS-CoV-2 Infektionen vermehrt zur Bildung von Blutgerinnseln in den Beinvenen führten. Diese können in die großen Lungengefäße gelangen und eine Lungenembolie mit akutem Herz-Kreislauf-Versagen verursachen (Wichmann et al., 2020). Eine weitere Studie im NEJM (Zhang et al., 2020) beschreibt Covid-19 Patienten mit Koagulopathie und Antiphospholipid-Antikörpern, bei denen ebenfalls eine erhöhte Evidenz für Thrombosen und Lungenembolien bestand.

Das Anti-Phospholipid-Syndrom (APS) ist eine systemische Autoimmunerkrankung, die klinische Zustände wie venöse und arterielle Thrombosen, Thrombozytopenie und Myokardinfarkt umfassen kann. Zusätzlich zu diesen klinischen Manifestationen definiert das anhaltende Vorhandensein einer einzigartigen Sammlung von Autoantikörpern das Syndrom.

Diese Autoantikörper zielen auf spezifische Phospholipide und Phospholipid-bindende Proteine ab. Unter den Phospholipiden ist Cardiolipin (CL) das häufigste; es ist negativ geladen und sauer. Ferner wurde Beta2-Glykoprotein 1 (ß2-GP1; = Apolipoprotein H) als natürliches und essentielles Co-Antigen für CL-Autoantikörper identifiziert.

Neben ihrer diagnostischen Bedeutung verursachen diese Antikörper eine verstärkte Koagulation mit einer Tendenz zu Thrombosen. Ihre Messung unterstützt die individuelle Abschätzung des Thrombose-Risikos des Patienten und kann frühzeitig Therapie-Entscheidungen beeinflussen, um eine Lungenembolie zu verhindern. Außerdem lässt sich anhand der Titer-Entwicklung dieser Antikörper der Verlauf des APS’s kontrollieren. Beide o.g. Publikationen erwähnen diesen Laborparameter.

Mit den ELISAs unseres Schwesterunternehmens der Steffens Biotechnische Analysen GmbH können IgG- und/oder IgM-Antikörper im Serum oder Plasma gemessen werden, die gegen CL oder ß2-GP1 gerichtet sind. Um den Zusammenhang zwischen SARS-CoV-2 Infektionen und Thrombosen oder Lungenembolien genauer untersuchen zu können, sind ausgeweitete Studien erforderlich, wie die beiden o.g. Forscherteams feststellen. Steffens Biotechnische Analysen GmbH steht mit Dienstleistungen und Produkten gerne bereit, um vertiefende randomisierte Studien zu unterstützen und zu begleiten.

Literatur:

Wichmann, D., Sperhake, J.-P., Lütgehetmann, M., Steurer, S., Edler, C., Heinemann, A., Heinrich, F., Mushumba, H., Kniep, I., Schröder, A.S., et al. (2020). Autopsy Findings and Venous Thromboembolism in Patients With COVID-19: A Prospective Cohort Study. Ann. Intern. Med.

Zhang, Y., Xiao, M., Zhang, S., Xia, P., Cao, W., Jiang, W., Chen, H., Ding, X., Zhao, H., Zhang, H., et al. (2020). Coagulopathy and Antiphospholipid Antibodies in Patients with Covid-19. N. Engl. J. Med. 382, e38.

Bei weiteren Fragen bitte an info@steffens-biotec.com wenden.

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